Arbeitskreise der Gesellschaft

In der Deutschen Gesellschaft für Netzwerkforschung formieren sich zurzeit verschiedene Arbeitskreise. Die folgende Liste wird in den kommenden Wochen laufend aktualisiert und ergänzt. Bitte wenden Sie sich bei Interesse an die genannten Ansprechpartner.

 
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1 Organisatorische Netzwerkforschung

Ansprechpartner: Johannes Glückler

Der Arbeitskreis wurde im Rahmen der ersten Mitgliederversammlung (04. bis 05. Mai 2017) der DGNet ins Leben gerufen und fördert den Austausch zwischen Netzwerkforschern über Theorien, Methoden und Anwendungszusammenhänge über die Fächergrenzen hinweg. 

Workshops und Events:

Zweiter Workshop des Arbeitskreises Organisatorische Netzwerkforschung der Deutschen Gesellschaft für Netzwerkforschung, 2018

Konstitutive Sitzung des Arbeitskreises Organisatorische Netzwerkforschung der Deutschen Gesellschaft für Netzwerkforschung, 2017


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2 Netzwerke & Kultur

Ansprechpartner: Sven BanischMeike BeyerPhilip Roth und Julia Thibaut

Die sogenannte kulturelle Wende in der Netzwerkforschung gilt bis heute als Ausgangspunkt zahlreicher Forschungsunternehmungen, die das Verhältnis von Netzwerken und Kultur in den Fokus rücken. Gleichzeitig markiert sie einen wichtigen Meilenstein für eine interdisziplinäre Öffnung des netzwerkanalytischen Forschungsfeldes. Während einerseits davon ausgegangen werden kann, dass ein Zusammendenken von Netzwerken und Kultur großes heuristisches Potenzial birgt, gilt es ebenso, das Verhältnis kritisch und aus unterschiedlichen Forschungsperspektiven in den Blick zu nehmen. Vor diesem Hintergrund haben sich im Mai 2017 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unterschiedlicher Fachdisziplinen zum Arbeitskreis „Netzwerke & Kultur“ innerhalb der Deutschen Gesellschaft für Netzwerkforschung (DGNet) zusammengeschlossen. Sie alle eint nicht nur das Bestreben, ein wie auch immer geartetes Zusammenwirken von Netzwerken und Kultur zu analysieren, sondern auch die Frage nach den methodischen und theoretischen Implikationen dieser Verknüpfung.

Der Arbeitskreis „Netzwerke & Kultur“ begreift Netzwerkforschung als interdisziplinäres Forschungsprogramm. Das methodische Spektrum der beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler reicht von unterschiedlichen Formen des qualitativen Interviews, historischer Quellenanalyse und ethnografischen Zugängen über Konversationsanalysen hin zu standardisierten Erhebungsverfahren und mathematischer Formalisierung. In regelmäßigen Abständen plant der Arbeitskreis gemeinsame Treffen sowie Workshops und Tagungen, um sich dem Verhältnis von Netzwerken und Kultur aus unterschiedlichen Forschungsperspektiven zu nähern und über die Disziplingrenzen hinweg in Dialog zu treten. Ein erster Auftaktworkshop des Arbeitskreises fand im Frühjahr 2018 statt. Er zielte darauf, die verschiedenen empirischen und theoretischen Zugriffe auf das Thema auszuloten und lieferte unter anderem einen Überblick über die in der Netzwerkforschung zum Tragen kommenden Kulturbegriffe. Darüber hinaus förderte er die Konsolidierung des Arbeitskreises und den Austausch zwischen einzelnen Mitgliedern. Mit einer in Planung befindlichen Tagung in Kooperation mit dem Forschungsinstitut für Musiktheater (fimt) will der Arbeitskreis im Frühjahr 2019 an diesen Workshop anknüpfen.

Zentrales Anliegen des Arbeitskreises ist es, richtungsweisende Impulse für die weiteren Entwicklungen und Aktivitäten in einem noch jungen Forschungsfeld zu geben. Mögliche Fragestellungen sind beispielsweise:

  • Wie können kultur- und ideengeschichtliche Ansätze für die Netzwerkforschung fruchtbar gemacht werden?

  • Können Kulturen netzwerkanalytisch erschlossen werden und inwieweit generiert ein solcher Zugriff neue Erkenntnisse?

  • Inwieweit verschränken sich soziale Beziehungsnetzwerke mit kulturellen Bedeutungsstrukturen?

  • Lassen sich Effekte und Formation von Netzwerken besser erklären, wenn deren kulturelle Einbettung berücksichtigt wird?

  • Inwieweit können Formen kulturellen Austauschs in Beziehungen netzwerkanalytisch modelliert werden?

  • Welche Rolle kommt den Akteuren und deren agency zu?

  • Wie können phänomenologisch-wissenssoziologische Zugänge das Verständnis von Kulturen und Beziehungen erweitern?

Workshops und Events:

Tagungsbericht Kultur, Stadt und Netzwerke. Positionen, Verhältnisse und Herausforderungen für die Netzwerkforschung 18.-19. Januar 2018


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3 Stadt, Land, Netzwerke

Ansprechpartner: Melanie Nagel, Marco Schmitt, David Heimann und Martin Stark

Der Arbeitskreis „Stadt, Land, Netzwerke“ versammelt innerhalb der Deutschen Gesellschaft für Netzwerkforschung (DGNet) die deutschsprachige Expertise zur praxisorientierten als auch zur forschungsgeleiteten Verknüpfung von Raum- und Netzwerkstrukturen im urbanen, ländlichen und regionalen Kontext. Die Leitfragen des Arbeitskreises sind der Einfluss des Raumes auf die Strukturierung von Netzwerken einerseits und die Bedeutung von Netzwerken für die Strukturierung von Räumen und ihrer Materialität andererseits.

In den Raumkategorien von Stadt, Land und Region werden im Arbeitskreis theorie- und methodengeleitet Netzwerkstrukturen von sozialen Innovationen, von Planungsprozessen und von Governancearrangements ebenso untersucht wie die Netzwerkförmigkeit sozialer Phänomene und der damit verbundenen Technologien. Durch die sich ergänzenden und überschneidenden Bezüge des Arbeitskreises können wichtige theoretische und methodische Herausforderungen der Kopplung von Netzwerken und Räumen untersucht und beispielhaft dargestellt werden.

Der Arbeitskreis stellt seine Leitfragen und Themen in den Vordergrund von gemeinsamen Veranstaltungen und arbeitet von diesen ausgehend an der Vernetzung unterschiedlicher Disziplinen wie der Informatik, Geographie, Land- und Stadtforschung, Soziale Arbeit, Soziologie und den Politik- und Kulturwissenschaften innerhalb der deutschsprachigen Netzwerkforschung. Insbesondere wird er dabei neben dem forschungsbezogenen interdisziplinären Austausch auch die transdisziplinäre Kooperation von Forschung mit interessierten Partnern aus der Praxis unterstützen.

Workshops und Events:

Tagungsbericht Kultur, Stadt und Netzwerke. Positionen, Verhältnisse und Herausforderungen für die Netzwerkforschung 18.-19. Januar 2018


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4 Qualitative Methoden der Netzwerkforschung

Ansprechpartner: Stefan Bernhard (Sprecher), Iris Clemens, Andrea Dlugosch, Gerit Götzenbrucker, Christoph Heckwolf, Till Hilmar, Christian Stegbauer und Lea Thönnes

Der DGNet-Arbeitskreis ‚Qualitative Methoden‘ befasst sich mit allen Fragen rund um den Einsatz von nicht-standardisierten Methoden in der Netzwerkforschung. Offene, verstehensorientierte Verfahren werden von jeher mit standardisierten Netzwerkanalysen kombiniert. Die Methodenentwicklung und -diskussion der letzten Jahrzehnte hat jedoch unbestreitbar in erster Linie auf Seiten der quantitativen Netzwerkforschung stattgefunden. Qualitative Methoden und ‚Mixed Methods‘ sind im Vergleich dazu recht spät zu einem Gegenstand systematischer methodischer Überlegungen geworden. Allerdings wächst seit einigen Jahren ein lebhafter werdender Diskurszusammenhang, der den Wert qualitativer Verfahren der Datenerhebung und -auswertung für die Netzwerkforschung betont und der neue Wege bei der Verknüpfung verschiedener Datenformate, Methoden und Methodologien beschreitet. Gestützt wird diese Entwicklung von theoretischen Ansätzen der Relationalen Soziologie, die Bedeutungen in Netzwerken fokussieren und Netzwerke als Sinnstrukturen fassen. In dem Arbeitskreis sollen diese Diskurse aufgegriffen und fortgeführt werden

Workshops und Events:

Programm des 1. Workshops des AK am 13. und 14. September 2018

Bericht zum 1. Workshop des AK am 13. und 14. September 2018


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5 Soziale Netzwerke und Gesundheit (SoNeGe)

Ansprechpartner: Holger von der Lippe, Andreas Klärner, Lea Ellwardt, Eike Quilling, Annett Kupfer, Stefan Zapfel, Irene Moor & Sylvia Keim-Klärner

Der Arbeitskreis „Soziale Netzwerke und Gesundheit (SoNeGe)“ versammelt Netzwerk-interessierte Forschende aus den Sozialwissenschaften, der Psychologie, den Gesundheitswissenschaften, der Epidemiologie, der Präventionsforschung, der Medizin und anderen Disziplinen in einem interdisziplinären Kreis. Das gemeinsame Thema ist die forschungs- wie praxisorientierte Verknüpfung von sozialer Netzwerken mit Gesundheitsfragen.

In jüngerer Zeit etabliert sich die Arbeitshypothese, dass soziale Netzwerke einen zusätzlichen und relevanten Beitrag zum Verständnis von Gesundheitseffekten über die Lebensspanne hinweg liefern können. Denn zwischen gesellschaftlichen Makrostrukturen (z.B. Institutionen, soziale Ungleichheiten) und der individuellen Mikroebene (z.B. Persönlichkeit, Gesundheitsverhalten) sind es womöglich Netzwerkstrukturen und -funktionen, die – quasi mesostrukturell – zwischen beiden Ebenen vermitteln. Hier sind in Bezug auf Gesundheit recht unterschiedliche Netzwerkmechanismen angelegt und denkbar, etwa:

  • biologische Netzwerkeffekte, wie z.B. Krankheitserreger, die sich über Gesamtnetzwerke ausbreiten;

  • soziologische Netzwerkeeffekte; wie z.B. die Wirkungen von Institutionen, sozialen Normen oder sozialer Integration in Ego- und Gesamtnetzwerk; und

  • psychologische Netzwerkeffekte, wie z.B. soziales Lernen, wahrgenommene Unterstützung oder „emotionale Ansteckung“ in Ego- und Gesamtnetzwerken.

Durch die sich ergänzenden und überschneidenden Bezüge des Arbeitskreises können wichtige theoretische und methodische Herausforderungen der Kopplung von Netzwerken und Gesundheit untersucht und ggf. praktisch nutzbar gemacht werden. Einige dieser Herausforderungen sind

  • die Integration quantitativer und qualitativer Netzwerkanalysen;

  • die Integration virtueller (online) und face-to-face (offline) Netzwerkansätze;

  • die Integration institutionaler (z.B. Versorgungs-) und personaler (z.B. Ego-) Netzwerke;

  • oder die Wechselwirkung zwischen Individuum und Beziehungsnetzen (z.B. individuelle Gestaltung von vs. Beeinflussung durch Netzwerke).

Der Arbeitskreis „Soziale Netzwerke und Gesundheit“ möchte hierzu innovative Ansätze zum Zusammenhang von Netzwerken und Gesundheit aufgreifen und für Forschung wie für Praxis und Lehre weiterentwickeln. In regelmäßigen Abständen sollen Tagungen zum interkollegialen, interprofessionellen sowie interdisziplinären Austausch zu diesen Themen veranstaltet werden. Auch in andere etabliertere Konferenzen soll der Arbeitskreis in Form gemeinsam organisierter Sessions oder anderer Formate eingebracht und national wie international entwickelt werden. Und schließlich ist es ein Ziel, gemeinsame Projekte zur Gewinnung von Drittmitteln zu initiieren und sich bei der Antragstellung zu unterstützen.

Neumitglieder, Interessenten oder weitere Initiator*innen sind herzlich willkommen!

Workshops und Events:

Kurztreffen, Get-Together und Brainstorming „Aus SoNegU.net wird SoNeGe“ am 13.03.2019 in Berlin (auch kurzfristige Teilnahme möglich!)

Workshop „Netzwerkanalyse“ und Panels auf der Gemeinsamen Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS) und der Deutschen Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP) vom 16.-18. September 2019 in Düsseldorf

Rückblick: Netzwerke und Gesundheit auf der Jahrestagung der DGNet am 3.-4. Dezember 2018.

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6 Arbeitskreis „Netzwerke und Soziale Arbeit“

Ansprechpartner: Carmen Hack, Yvonne Haffner

Das Denken und Arbeiten in Netzwerken, deren Konstruktion und Analyse sind zentrale Bestandteile sozialpädagogischer Praxis und Theorie. Dabei reicht die Bandbreite vom Netzwerk als methodischem (Handlungs-)Ansatz bis hin zu Netzwerk als strukturellem Element sozialräumlicher Ansätze und sozialpolitischer Ziele - Netzwerk ist in der Sozialen Arbeit somit Handlungsprämisse als auch Strukturelement.

Das Feld der Sozialen Arbeit zeichnet sich durch eine Netzwerkheterogenität aus und bietet daher eine Reihe an unterschiedlichen Netzwerkkontexten, die der Netzwerkforschung Anknüpfungspunkte liefern: u.a. persönliche Netzwerke, professionelle Netzwerke, interdisziplinäre Netzwerke als auch intra- und interorganisationale Netzwerkkontexte.

Durch die Netzwerkforschung besteht die Chance, das bestehende sozialwissenschaftliche Begriffsverständnis in der Sozialen Arbeit durch eine analytische Kategorie zu erweitern. Die Netzwerkanalyse bietet hier die Möglichkeit, im Sinne eines sensibilisierenden Konzepts, eine Ausdifferenzierung hinsichtlich einer akteurs- als auch systembezogenen Dimension vorzunehmen, wie z.B. räumlich-geografische Dimension (z.B. Netzwerke im Sozialraum) und beziehungskontextuelle Dimension (z.B. Pädagoge-Klient Beziehung in einem Unterstützungssetting).

Die methodische Breite der Netzwerkforschung findet sich auch in diesem Arbeitskreis wieder. Sowohl qualitative als auch quantitative Methoden erlauben Zugänge zu den unterschiedlichen Variationen von Netzwerken in der Sozialen Arbeit.

Im Arbeitskreis „Netzwerke und Soziale Arbeit“ möchten wir einen Beitrag für eine breite netzwerkanalytische Methodendiskussion anregen und ermöglichen. Dieser Diskurs soll - ganz im Sinne eines interdisziplinären Diskurses - im Kontext netzwerkanalytischer Forschungsansätze für und im Feld der Sozialen Arbeit weitergeführt werden. Folgende Aspekte und thematische Kontexte können dabei Berücksichtigung finden:

  • Möglichkeiten und Perspektiven der Netzwerkanalyse für die Akteur*innen und Organisationen der Sozialen Arbeit

  • Diskurs über die Verwendung des Netzwerkbegriffes

  • Analyse der vielfältigen Netzwerke und ihrer Funktionen

    • persönliche Netzwerke

    • professionelle Netzwerke

    • intra- und interorganisationale Netzwerke